Morning Pages

Morning Pages

von Lisa D. Meyers

Als ich von der geistlichen Übung der „Morning Pages“ hörte, hatte ich sofort den Eindruck, dass sie eine offene Tür sein könnten, um Gott Raum in meiner inneren Welt zu geben. Jonathan Bourbeau, ein Kollege von Greater Europe Mission erklärte, dass man sich einen Timer auf zehn Minuten stellt und dann handschriftlich alles aufschreibt, was einem in den Sinn kommt.

Er sagte, dass dies hilft, das Gedankenchaos zu ordnen und innere Unruhe zur Ruhe kommen zu lassen. (Ich mochte diesen Gedanken. Alles, was mir helfen konnte, meine innere Unruhe vor Gott zu bringen, war einen Versuch wert!)

Letztes Jahr leitete er uns Missionare während eines besonderen Tages der Ruhe durch die „Morning Pages“-Übung.

Ich schrieb. Und schrieb. Ohne an Ziele zu denken oder daran, jemanden zu beeindrucken, der mein Tagebuch vielleicht einmal lesen würde, wenn ich längst nicht mehr da bin.

Es fühlte sich an wie ein kurzer Frühlingsputz für meinen Verstand und mein Herz. Nach den zehn Minuten forderte er uns auf, unsere Worte noch einmal durchzugehen und das zu markieren, worauf Gott unsere Aufmerksamkeit lenkte. Anschließend sollten wir uns drei Fragen stellen:

  • Was offenbart Gott über sich selbst?
  • Was offenbart Gott über mich?
  • Was brauche ich heute von Gott?

Und dann – und das ist sehr wichtig – dürfen wir unser inneres Durcheinander bei Ihm ablegen.
Und in den Tag starten.

Nachdem ich diese Übung gemacht hatte, spürte ich den Impuls, meine Gitarre zu nehmen und ein Lied zu schreiben. Mein Kopf war freier. Meine Seele ruhiger. Und irgendwie nahm ich Gottes Einladung wahr, IHN zu ehren, indem ich aufschreibe, was in meinem Herzen geschehen ist.

Das Lied wurde gerade aufgenommen, gemischt und gemastert und wird bald auf Streaming-Plattformen verfügbar sein. Aber ich wollte es schon jetzt hier mit euch teilen. (Deutscher Texte unter dem Video)

Morning Pages 

Wenn die Sonne langsam aufgeht,
und der Morgentau fällt,
nehme ich meinen Stift zur Hand,
und schreibe auf, was mir gerade einfällt.
Und irgendwo im Schreiben erkenne ich
den Gedankenwirrwarr, der in mir war.

Doch der Heilige Geist flüstert sanft wie ein Freund:
„Immer, immer fangen wir neu an.“ 

Wenn meine innere Stimme harsch wird,
und die Ablenkung laut schreit,
sehe ich in meinen Worten dort,
mein Herz geoffenbart.
Was einst verborgen war, steht nun hier,
Er zeigt mir Verlust und alte Wunden. 

Doch der Heilige Geist flüstert sanft wie ein Freund:
„Immer, immer fangen wir neu an.“ 

Und ich lass los, ich lass los,
überlasse Ihm meine „Morning Pages.“
Ich gebe nicht auf, ich starte erneut,
immer fangen wir neu an.

(Lisa D. Meyers, 2025)